
Ich schreibe selten bis nie Bücherrezensionen, beispielsweise in Amazonien, auf Thalia.at oder der Fantasy-Couch.de , das hat verschiedene Gründe.
a)Die Zeit die ich benötige um eine solche zu verfassen, könnte ich ja schon wieder nutzen um ein neues Buch zu lesen.
b)Nur Menschen die nicht schreiben können, werden Literaturkritiker, wie zum Beispiel Claudio Harfenstock (aus der Stadt der träumenden Bücher, ich würde dies NIE einer realen Person, wie zum Beispiel Marcel Reich-Ranitzky, unterstellen, schon aus Angst vor einer Klage*g*). Ich will aber damit auch nicht behaupten ICH könnte schreiben....
Ich denke jede Autorin, jeder Autor legt sein ganzes Herzblut in sein Werk, und nur weil es MICH nicht anspricht, habe ich auch nicht das Recht, es zu verreissen
Es gibt wirklich sehr sehr sehr wenige Bücher, bei denen ich eine Ausnahme mache, sei es weil ich die Autorin, den Autor persönlich kenne und ich darum gebeten werde, oder aber weil mich das Buch so berührt hat, dass ich einfach gezwungen bin, diese Berührung mit anderen zu teilen, so ergangen ist es mir bei
"DAS MITTERNACHTSKLEID" von Terry Pratchett
Und ich beginne ganz unkonventionell, mit einem Zitat, das ziemlich am Schluss des Buches steht:
"Deine Macht besteht nur aus Gerüchten und Lügen...Du bohrst dich in die Menschen hinein, die unsicher, hilflos, besorgt und ängstlich sind. Damit sie in anderen Menschen ihren Feind sehen, während in Wahrheit DU ihr Feind bist und schon immer warst - du der Meister der Lügen. Nach aussen bist du das Grauen, aber Innen bist du nur SCHWÄCHE!"
Die Geschichte handelt von der sechzehn Jahre alten Junghexe Tiffany Weh, die in ihrem "Revier" geachtet und respektiert wird, weil sie Dinge macht, die niemand anderer könnte, die niemand anderer machen würde, zB alten Frauen die Zehennägel schneiden. Zur Hilfe sind ihr immer die "Wir sind die Grössten", kleine, etwa eine Handbreit grosse Kobolde, die zwar stehlen, lügen, raufen und saufen, aber auf ihre Art die ehrlichsten Gesellen im gesamten Kreideland (dem Revier der Hexe) sind.
Jedoch taucht der älteste Feind der Hexen auf - der Tückische - der mit Lügen und Angstmacherei die Menschen gegen die Hexen, und in diesem speziellen Fall, gegen die Hexe Tiffany Weh aufhetzt. Tief in ihrem Inneren WISSEN die Menschen, bis auf ein paar vom Hass zerfressene, dass alles nicht stimmt. Aber um die vom Hass zerfressenen nicht gegen sich aufzubringen, heulen sie mit den Wölfen. Eine der "vom Hass zerfressenen" ist leider Gottes eine Herzogin und künftige Schwiegermutter des Barons des Kreidelandes.
Ich will jetzt nicht weiter auf die Handlung speziell eingehen, um etwaigen LeserInnen nicht die Spannung zu nehmen (das vorzeitige verraten von Film- und Buchgeheimnissen wird schliesslich und endlich mit "Dallas" nicht unter 10 Folgen bestraft).
Terry Prattchett erzählt ein Märchen, ein Märchen mit Hexen, Kobolden, Werwölfen und vielem anderen, das auf der Scheibenwelt so kreucht und fleucht. Für bisher vom Discworldvirus verschonte: die Scheibenwelt ist - nona - eine Scheibe, die am Rücken von vier Elefanten liegt die wiederum am Rücken der Schidkröte "Gross A´Tuin" stehen, welche durchs Multiversum schwebt, fliegt, schwimmt, wasauchimmer....
Und er schreibt in den Anmerkungen, es gäbe keine bessere Methode Dinge zu erfinden, als sie aus echten zusammenzubasteln. Hier in diesem Buch waren mir einige Dinge ZU ECHT.
Die Hetze, das Mitheulen, das stupide Wiederholen von Lügen. Viel zu viel von diesem Scheibenweltmärchen, lässt sich ins Österreich von heute übertragen, man braucht nur die Hexe durch MigrantInnen und AsylwerberInnen ersetzen, "den Tückischen" durch - ja eben den dessen Namen ich hier nicht schreiben werde, der aber im ersten Absatz nur allzu gut beschrieben wird.
DAS war dann schliesslich und endlich der Grund, dass ich diese Zeilen geschrieben habe.