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Sonntag, 22.04.2012, 21:01

Ich schreibe selten bis nie Bücherrezensionen, beispielsweise in Amazonien, auf Thalia.at oder der Fantasy-Couch.de , das hat verschiedene Gründe.

a)Die Zeit die ich benötige um eine solche zu verfassen, könnte ich ja schon wieder nutzen um ein neues Buch zu lesen.

b)Nur Menschen die nicht schreiben können, werden Literaturkritiker, wie zum Beispiel Claudio Harfenstock (aus der Stadt der träumenden Bücher, ich würde dies NIE einer realen Person, wie zum Beispiel Marcel Reich-Ranitzky, unterstellen, schon aus Angst vor einer Klage*g*). Ich will aber damit auch nicht behaupten ICH könnte schreiben....
Ich denke jede Autorin, jeder Autor legt sein ganzes Herzblut in sein Werk, und nur weil es MICH nicht anspricht, habe ich auch nicht das Recht, es zu verreissen

Es gibt wirklich sehr sehr sehr wenige Bücher, bei denen ich eine Ausnahme mache, sei es weil ich die Autorin, den Autor persönlich kenne und ich darum gebeten werde, oder aber weil mich das Buch so berührt hat, dass ich einfach gezwungen bin, diese Berührung mit anderen zu teilen, so ergangen ist es mir bei

"DAS MITTERNACHTSKLEID" von Terry Pratchett

Und ich beginne ganz unkonventionell, mit einem Zitat, das ziemlich am Schluss des Buches steht:

"Deine Macht besteht nur aus Gerüchten und Lügen...Du bohrst dich in die Menschen hinein, die unsicher, hilflos, besorgt und ängstlich sind. Damit sie in anderen Menschen ihren Feind sehen, während in Wahrheit DU ihr Feind bist und schon immer warst - du der Meister der Lügen. Nach aussen bist du das Grauen, aber Innen bist du nur SCHWÄCHE!"

Die Geschichte handelt von der sechzehn Jahre alten Junghexe Tiffany Weh, die in ihrem "Revier" geachtet und respektiert wird, weil sie Dinge macht, die niemand anderer könnte, die niemand anderer machen würde, zB alten Frauen die Zehennägel schneiden. Zur Hilfe sind ihr immer die "Wir sind die Grössten", kleine, etwa eine Handbreit grosse Kobolde, die zwar stehlen, lügen, raufen und saufen, aber auf ihre Art die ehrlichsten Gesellen im gesamten Kreideland (dem Revier der Hexe) sind.

Jedoch taucht der älteste Feind der Hexen auf - der Tückische - der mit Lügen und Angstmacherei die Menschen gegen die Hexen, und in diesem speziellen Fall, gegen die Hexe Tiffany Weh aufhetzt. Tief in ihrem Inneren WISSEN die Menschen, bis auf ein paar vom Hass zerfressene, dass alles nicht stimmt. Aber um die vom Hass zerfressenen nicht gegen sich aufzubringen, heulen sie mit den Wölfen. Eine der "vom Hass zerfressenen" ist leider Gottes eine Herzogin und künftige Schwiegermutter des Barons des Kreidelandes.

Ich will jetzt nicht weiter auf die Handlung speziell eingehen, um etwaigen LeserInnen nicht die Spannung zu nehmen (das vorzeitige verraten von Film- und Buchgeheimnissen wird schliesslich und endlich mit "Dallas" nicht unter 10 Folgen bestraft).

Terry Prattchett erzählt ein Märchen, ein Märchen mit Hexen, Kobolden, Werwölfen und vielem anderen, das auf der Scheibenwelt so kreucht und fleucht. Für bisher vom Discworldvirus verschonte: die Scheibenwelt ist - nona - eine Scheibe, die am Rücken von vier Elefanten liegt die wiederum am Rücken der Schidkröte "Gross A´Tuin" stehen, welche durchs Multiversum schwebt, fliegt, schwimmt, wasauchimmer....
Und er schreibt in den Anmerkungen, es gäbe keine bessere Methode Dinge zu erfinden, als sie aus echten zusammenzubasteln. Hier in diesem Buch waren mir einige Dinge ZU ECHT.

Die Hetze, das Mitheulen, das stupide Wiederholen von Lügen. Viel zu viel von diesem Scheibenweltmärchen, lässt sich ins Österreich von heute übertragen, man braucht nur die Hexe durch MigrantInnen und AsylwerberInnen ersetzen, "den Tückischen" durch - ja eben den dessen Namen ich hier nicht schreiben werde, der aber im ersten Absatz nur allzu gut beschrieben wird.
DAS war dann schliesslich und endlich der Grund, dass ich diese Zeilen geschrieben habe.


Montag, 29.08.2011, 12:57

Irgendwie fällt es mir schwer nach diesem Wochenende vom "Polifka Rudl" wieder zurückzuswitchen in meine bürgerliche Existenz des Manfred W. Dass, während ich diese Zeilen schreibe, daneben "Espresso Rosi" läuft, macht die Sache nicht leichter.

Es war ein Wochenende voller Emotionen - und a Botzn Hetz homma eh a ghobt. Wir, das war eine Gruppe KurtologInnen die sich über Facebook vernetzt haben, um den Meister des Favorit´n´Blues zu motivieren, die Sonnenbrille wieder aufzusetzen und wieder als Dr. Kurt Ostbahn zu ordinieren!

Wir, das wären gewesen - die Frau Zirkusäbtissin (zuständig für den strengen Ton), die Frau Hanifl, da Gamperl, da Murx, da Wuaschtmasta Gerhard, da Penzvormeinavillawortazweita (zuständig für die Belehrung, weu jo de jungen Menschen von heute, eh scho wissn...), da Herr Alex als Botschafter Nordsloweniens, da Herr Thomas und der junge Herr TscheiEff als Archivare kurtologischen Wissens und Schaffens. Und noch ein paar andere......jo und da Polifka hoid ;-)

Der erste Konzertabend war anfangs dominiert von der Befürchtung, dass es zu einer Absage kommt. Es war ein wenig stürmisch im Prater, aber so gegen 19:00 Uhr ist dann die Meldung der Verantwortlichen gekommen "WIR SPÜN!!!!" Und was soll ich Euch, meinen geneigten Lesern und Leserinnen sagen - es wor uns Wuaschd!
Nach dreieinhalb Stunden sensationellster Spielfreude und endlosem Schnürlregen ( i hob ma imma denkt, den gibts nua in Soizbuag???) war die Blockseminarabordnung zwar nass bis auf die Knochen aber in Hochstimmung.

Am Sonntag dann strahlender Sonnenschein, aber nicht heiss - perfektes Open Air Wetter....und.....die Chefpartiekombo und der Herr Doktor haben sich selbst übertroffen. Wieder dreieinhalb Stunden (eh de gleichen Liada wia am Samsdoch), aber in einer unglaublichen Spielfreude, und der Spass auf der Bühne hat sich eins zu eins auf den Spass vor der Bühne niedergeschlagen. Singen, Tanzen, Wunderkerzen, alles was der Kurtologe braucht - ahjo - und natürlich Springen, aber nur bei "Carmelita" *ggg* Obligatorisches Tränendrüsedrücken bei "Resaviert fia Zwa".Als "Rausschmeisser" dann noch "Wia im Kino" und das Sentiment war allgegenwärtig.

Die BlockseminarteilnehmerInnen haben den Abend und das Ende des Wochenendes dann prolongiert und hinausgezögert und hinausgezögert und hinausgezögert und hinausgezögert und hinausgezögert und hinausgezögert und hinausgezögert und........

Irgendwie wollte keine und keiner heimgehen, in dem Bewusstsein, wenn wir uns jetzt ins Taxi setzen ist es endgültig vorbei, irgendwann nach weiteren Sprühweinen, Dosenbier und Jägermeistern an einem Pizzastand am Schwedenplatz hat sich die Runde dann doch schweren Herzens aufgelöst.

Ich möchte mich auch auf diesem Wege bei allen bedanken die dieses Wochenende möglich gemacht haben. Die Liste ist endlos lang...oba ihr wissts eh wer gmant is!


Mittwoch, 13.07.2011, 16:46

Oisa - es warad bittschön foigendes. De meistens homs eh scho übazuckat, dass da Kurtl aum Ferienend no zwamoi auf da Kaisawiesn mit a poor Freind a bissal musizieren tuad. Oba kana waas so wiaklich wias dazua kumma is! Weu - des is nämlich ned ohne, und eigentlich gaunz aundas passiert ois geplant....

Es ist hoid a so, dass i den Kurtl jo scho Ewigkeiten kenn, weu jo mei Vota im Espresso Rosi Staumgost wor, so wia da Kurtl und da Flurschütz Toni, der se jetzn im Heim in da Öhweingossn des Zimma mit meim Votan teiln muass - oba des is jo wieda a gaunz a aundane Gschicht, de vazöh i a aundas moi.
Oiso - wo worma - ahjo - oiso, da Kurtl und i kennan se jo scho ewig laung, eher er mi ois i eam, weu ois klana Paumpaletsch, da kau ma se jo nimma so erinnern. Und wias hoid so is, valiat ma se jo a wieda aus de augn, ma heirat, kriagt kinda - oda mocht wöche - und so wors hoid daun a so, dass i mi vom Stern - vom Praterstern für die Menschen aus den Kolonien - dass i mi vom Stern ogseut hob, weu mia des Pflosta irgendwie z´haas wurdn is. Ned dass i wos gmocht hätt, wos ned in Urdnung gwesen warad, oba wias hoid is im Lebn, mia is de Gegend afoch am Oasch gaungen.

Oba, Wuaschd. Es wor daun hoid amoi a so, dass da Kurtl in an Anflug von Sentiment de gaunzn Freind von friara wieda moi segn woitad und do hod er se docht, treff ma uns hoid olla aum Stern beim Hansy. Und irgendwie ist des dem Schindlecker Gfrast - jojojo, genau des Gfrast wos scho ois Kind mitm Flobert-Gwehr vom Opa auf Taubn und oide Leit gschossn hot - dem is des irgendwie zu Ohren kumma und der hots glei dem Trafikanten ums Eck in da Novaragossn dazöht, und der hod ned umasunst den Spitznaum "Kronen-Zeitung". Bei dem gehst eine, kaufst da a Packl Tschick und ratscht a wengal mit eam, und bist voi informiert. Wieda s´Göd fia de Zeidung gsport, muassd ned ausschreibn lossn.

Und der - da Trafikant - hod daun zum Schindlecker gsogt,"heast Erich, du kennst jo eh de gaunzn Habara vo da Zeidung, loss eana zuakuma, dass da Kurtl wieda wos mocht und se deswegen mit seine oidn Habara trifft beim Hansy. Und daun schau ma moi wos draus wiad."

Und wias daun soweit woa, dass ma do olle zsaumgsessn san, da Ritter Charlie, da Ricky Gold, da Herr DiplIng und nu a poa aundane, stürmt auf amoi des Schindlecker Gfrast eina mit an Haufn Reporter im Schlepp. Vazöht eana, dass ER da guade oide Habara vom Kurtl, dass ER eam übaredt hod, dass er und de Buam und des Madl nua moi spühn.
ER.........grod er (do foit ma ei, de Gschicht wia ausm "Schindlecker" des "Schindler-Gfrast" wurdn is im Liad, des muass i eich jo a no dazöhn)

und wos mocht da Kurtl, anstatt dass er eam zsaumputzt auf auf an hoibn Meta? Er sogt afoch nur, jojo, des stimmt scho, und er gfreit se scho drauf und de Leit a und und und....tjo und so is dazukuma dass da Kurtl sei Pensi untabricht, weu er afoch so a herzensguter Mensch ist (jetzt hätt i fost gschriebn Trottl, oba des sogt ma ned zu so am in Ehren ergrauten Maunsbüd) und den Schindlecker ned blossstöhn woid.

Jede Ähnlichkeit mit bereits verstorbenen oder noch lebenden Personen oder mit Örtlichkeiten oder Handlungen ist weder unerwünscht noch zufällig! Mögen die in der Geschichte erwähnten Personen meiner Seele gnädig sein!


Mittwoch, 13.07.2011, 16:38

Liebe LeserInnen meiner Zeilen!

Bevor ich die erste Geschichte vom Herrn Kurt und dem Polifka Rudl erzähle, möchte ich ein paar Worte zum tieferen Verständnis meines Geschreibsels anbringen.

Der Kurt Ostbahn ist eine Kunstfigur die aus vielen kleinen Wahrheiten besteht, der in einer erdachten Welt in Wien, am und um den Praterstern lebt und diese Welt wiederum aus vielen kleinen Wahrheiten zusammengesetzt wurde. Und das ist die Fsazination die der "Kurtl" heute noch auf viele Menschen und auch auf mich ausübt, weils ja immer die eine oder andere Zeile gibt, bei der man sich denkt,"die hat der Brödl für mich geschrieben".

Der Polifka Rudl ist eine dieser Figuren in dieser fiktiven Welt leben (zum besseren Verständnis nehme man bitte die CD "Espresso Rosi" zur Hand die in keinem wohlsortierten Musikregal fehlen sollte) und ich als Okkupierer des Namens machte es mir zur Aufgabe, das Leben des Polifka zu erzählen.

Natürlich sind die Geschichten erstunken und erlogen und doch steckt immer ein kleines bisschen Wahrheit drinnen. Was dann wahr und was am Haar herbeigezogen ist, das mögen die geneigten LeserInnen selbst entscheiden.

Und nun zu der Frage, die sicher allen jetzt auf der Zunge brennt:"Warum macht der Depp das?". Ganz einfach - weils mir Spass macht. Es ist kein kurtologischer Missionierungseifer dahinter, obwohl ich doch hoffe, den einen oder anderen Ostbahnschen Abstinenzler doch zum Genuss der Droge "Favorit´n´Blues" bewegen zu können.

Ich werde versuchen die Geschichten soweit es mir möglich ist in einer Art Wiener Dialekt zu schreiben, mit dem, dem Mileu angepassten Slang. Zu Hilfe genommen hab ich dazu natürlich die Texte von Kurt Ostbahn, die Kurt Ostbahn Kriminalromane und auch das Buch "Da Jesus und seine Habara" von Wolfgang Teuschl.

Wenn mein Schreibfluss anhält, dann kann ich Euch/Ihnen schon diese Woche die erste Geschichte präsentieren, die unter dem Motto steht:"Warum da Kurtl sei Pensi untabricht und no amoi im Proda spüd"

Oiso - Passts auf, sads vuasichtig, oba lossts eich nix gfoin!